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SC Berlin 2 schafft den Aufstieg!
Mittwoch, 16. Juni 2010

Mit einem teilweise dramatischen Kraftakt hat SC Berlin 2 den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft. Die Entscheidung fiel erst im Entscheidungsspiel des Viertelfinalmatches gegen Limbach, das Mannschaftskapitän Robin Rudolph mit 2:1 gewinnen konnte.

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Von Anfang an lief es gut für die Berliner. Die Auslosung bescherte ihnen nicht nur machbare Gegner, sondern auch eine kräftesparende 3er-Gruppe. Zudem durften sie Samstag gleich um 10 Uhr ran und mussten keine nervige Wartezeit in Kauf nehmen.

Der erste Gegner Magdeburg wurde dann gleich ohne Frameverlust geschlagen. Auch wenn dabei keine herausragenden Leistungen zu sehen waren, zeigten Pawel Leyk, Marius Wiese, Alex Tutschek und Robin gutes Matchplay und gewannen verdient.

Als vorteilhaft für die Organisation erwies sich der neue Modus, der vier Spiele best-oft-three ohne Rückrunde vorsah. Dadurch verkürzte sich die reine Spielzeit, krasse Wartezeiten oder Spiele nach Mitternacht, wie im Vorjahr, blieben aus.

Der Nachteil des Modus' liegt in fehlenden Auswechselmöglichkeiten, da es ja keine Rückrunde gibt. Für das Spiel gegen Gifhorn vertraute Robin auf die gleiche Aufstellung, und Alex und Marius sorgten mit klaren Siegen auch für eine beruhigende Führung. Auch Pawel startete sehr gut gegen Irmak, verlor aber nach einigen unglücklichen Aktionen den Faden. Der Mann mit dem charakteristischen Hinkebein spielte zwar keine großen Breaks, pottete aber immer wieder gut und ging so überraschend als Sieger vom Tisch.

Nebenan musste sich Robin erst an die besonders engen Taschen von Tisch 7 gewöhnen und lieferte sich gegen Meinicke einen zähen ersten Frame. Im zweiten lief es dann aber runder, und Robin konnte mit einer 38 und 26 nacheinander den schnellen Sieg erzwingen.

Der Gruppensieg brachte der Mannschaft nicht so viele Vorteile wie erhofft, denn die andere Gruppe erwies sich als so ausgeglichen, dass der Sieger in einem extra angesetzten Entscheidungsspiel ermittelt werden musste. Der Gegner Limbach verfügte über keine Spitzenspieler, doch über eine relativ ausgeglichene Mannschaft mit zähen Kämpfern.

Im ersten Spiel konnte Pawel Leyk die Fehler seines Gegners insbesondere auf die Farben gut nutzen und gewann sicher 2:0. Dann kam es zum Spiel Marius gegen Delling, Limbachs besten. Es sollte denkwürdig werden, denn Marius verlor gegen den sehr offensiv agierenden Gegner zwei Frames unnötig und teilweise kurios. Im ersten brauchte Delling schon Snooker und dennoch verlor Marius, nachdem im u.a. drei Mal hintereinander beim Safe-Versuch die Weiße gefallen war. Den zweiten gewann Marius klar, bevor es im dritten wieder zu einem engen Endspiel kommen sollte. Hier hatte Marius schon eine Chance auf Pink, doch nachdem er verschossen hatte, packte Delling seine Potqualitäten aus und versenkte insbesondere die Schwarze an der Bande liegend äußerst schwieirig, da auch Weiß press Bande lag.

Das war für Berlin das erste Spiel überhaupt, das in den Decider ging und das nächste sollte folgen. Lukas Brunner verlor den ersten Frame nach sehr unkonstanten Spiel, konnte sich im zweiten dann aber steigern und zog mit flüssigem Break-Building gleich. Der dritte Frame war wieder eng, und Lukas hatte seine Chance nach einer gut gelochten Braunen auf Blau. Doch er verschoss den dünnen Ball und musste zusehen, wie der Limbacher Jung ausschoss.

Nun musste Robin zunächst gegen Gärtner das Match offen halten. Das gelang ihm vor allem durch gutes Match-Play. Und er deutete schon an, dass vor allem bei Long-Pots an diesem Tag mit ihm zu rechnen war.

Gegen Delling im Entscheidungsspiel entschloss sich Robin für kontrollierte Offensive, er ging viele Bälle mit Sicherheit im Hinterkopf an und hatte damit in Frame eins Erfolg. Die Entscheidung fiel auf Pink, als Delling eine ordentliche Safety spielte, Robin die Kugel aber dennoch dünn, fast über den ganzen Tisch mit Weiß an der Bande lochen konnte.

Im zweiten Frame ging Delling in Front, doch Robin brachte sich am Ende mit spekakulären Pots auf Rot und Pink wieder ins Spiel. Einer der ganz wenigen Safety-Fehler, als er Braun leicht über Vorbande treffen wollte, kostete ihm jedoch den Frame am Ende.

So kam es dann zum maximal möglichen Spannungsmoment im Decider. Robin konnte in Führung gehen, als er aus einem Fluke eine 22 machte - es hätte jedoch ein spielentscheidendes Break werden können, aber er verstellte sich nach Blau.

Mit einem leichten Vorsprung ging es ins Endspiel, wo es weiterhin hin und her ging. Endlich schien sich Robin die entscheidende Chance erkämpft zu haben, als Schwarz vorm Loch lag und Pink gut potbar ins Loch gegenüber. Doch Robin verschoss den entscheidenden Ball, der im Training sicher ein 85%er ist. Riesenglück für ihn, dass Pink an der Bande entlang am Mittelloch vorbei kullerte. Delling versenkte beim anschließenden Safety-Versuch Weiß, doch das nutzte Robin nichts, da Pink nicht senkbar vor der Schwarzen an der Bande lag. Nach einer weiteren guten Safety unter Druck bekam Robin seine zweite Chance, und diesmal lag die Pinke noch einfacher - mit Schwarz direkt vor der Tasche war der Rest Formsache.

So musste Fortuna am Ende ganz schön mithelfen, um den Aufstieg zu sichern. Das Spielen unter Druck, unter teilweise schwierigen Bedingungen - insbesondere am Samstag war es wieder extrem stickig und heiß in Rüsselsheim - zeigte einige Stärken, doch auch ein paar Schwächen der Mannschaft auf.

Auf jeden Fall ist diese (größtenteils) junge Mannschaft entwicklungsfähig und lernbegierig und freute sich am Ende, als die Spannung nachgelassen  hatte, noch ausgelassen über den Aufstieg.

Mit der richtigen Einstellung sollte SC Berlin 2 nicht bange sein vor der 2. Bundesliga!

 
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