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Pawel Leyk mit magischem Moment im Tempodrom
Donnerstag, 03. Februar 2011
Der erste Tag des German Masters bot hoch interessante Aufeinandertreffen von Jungprofis, Routiniers und talentierten Amateuren aus den unterschiedlichsten Ländern. Pawel Leyk vom SC Berlin war zwar letztendlich chancenlos, sorgte aber mit einem 67er Frame entscheidenden Break für Aufsehen.

Den stärksten Eindruck der Wildcard-Spieler machte anfangs der Belgier Tomasz Skalski, der gegen den Neu-Profi Thanawat Thirapongpaiboo in Führung ging und durch enorme Pot-Sicherheit beeindruckte. Mit der Zeit bekam der Thailänder mit besserem Stellungsspiel Oberhand und schien schon als der sichere Sieger festzustehen, ehe Tomasz mit einem Glückssnooker und einer spektakulären Clearance zum 3:4 aufschloss. Dann aber setzte sich der Favorit doch noch durch.

Dagegen enttäuschte "Wundertalent" Luca Brecel ein wenig, hatte mit Jungsstar Jack Lisowski aber auch einen starken Gegner. Luca wirkte fahrig und vielleicht dem Druck noch nicht ganz gewachsen. Lisowski spielte nicht fehlerlos, war aber bei den Big Points besser.

Ganz eilig hatte es der nordirische Krummarm Joe Swail, der Hans Blanckaert in Rekordzeit mit 5:0 abfertigte. Dabei war er in einem Frame gar auf Maximumkurs und scheiterte erst bei 112.

Deutlich länger beharkten sich der Routinier Nigel Bond und der deutsche Meister Stefan Kasper. Kasper konnte den Briten von Anfang an in zerfahrene Frames verwickeln und verschaffte sich auch durch gute Safetys einige Chancen. "Foul und Miss" war ein oft gehörter Ausdruck an diesem Tisch.

Entsprechend waren die zwei Frames, die Kasper gewann, sehr enge Dinger. Zunächst konnte er mit einer Farben-Clearance einen Frame hauchdünn umbiegen. In einem weiteren Frame lag er meist knapp vorn und konnte am Ende Pink vor der Tasche versenken, nachdem Bond ganz knapp verschossen hatte, und Stellung auf Schwarz gehabt hätte. Noch ein oder zwei Frames mehr hätte Kasper gewinnen können, doch letztendlich waren es Pot-Fehler in entscheidenden Situationen, die diese Möglichkeiten am Ende verhagelten.

Zäh war auch der Beginn der Partie des Weltranglisten 39ten Anthony Hamilton mit unserem Jungspieler Pawel Leyk. Das lag aber vor allem daran, dass sich Pawel von Anfang an hervorragend auf das Tempo des Tisches einstellte und einige Weltklasse-Safetys spielte. Hamilton nahm den deutschen U-16 Vizemeister von Anfang an Ernst und ließ sich auf die langen Safety-Phasen ein. Eine erste gute Chance bekam Pawel dann bei guter Lage von Schwarz, aber nach 15 Punkten verschoss er - noch sichtlich nervös - eine machbare Rote. Der Frame blieb zäh, aber Hamliton konnte seine Chancen dann nutzen. 

Der zweite Frame ging etwas flotter an den Profi, ehe im dritten Frame Pawels Sternstunde schlug. Er spielte eine lange Rote in die Ecktasche und konnte dann eine kitzlige Grüne in die Mitteltasche rollen. Dann folgte eine schwere Rote als Blind Pocket-Ball - und plötzlich hatte Pawel perfekte Stellung auf Blau und konnte ein mustergültiges Break aufbauen. Dabei stellte er größtenteils um Pink herum, und steuerte unter dem Beifall des Publikums immer näher auf den Frameball zu. Den hatte er nach 60 Punkten erreicht und versenkte dann unter dem Jubel der Berliner Fans auch noch Schwarz. Nun lagen noch genug Punkte für das Century auf dem Tisch - doch die nächste, etwas längere Rote verschoss Pawel knapp. Hamilton kam noch einmal an den Tisch, doch als ihm Schwarz im Loch klapperte, gab er den Frame auf.

Pawel wirkte in der Folge beflügelt und traute sich nun bei den längeren Einsteigern auch mehr zu. Bei den guten Safetys von Hamilton hatte er auch manchmal keine andere Wahl, als offensiv zu agieren. Doch ein paar Mal klapperte es, oder er hatte etwas Pech durch Konter. Ein letztes Mal im Match kam er noch mal gut in ein Break, verschoss nach 20 Punkten aber eine machbare Rote ins Mittelloch.

Trotz der erwarteten deutlichen Niederlage kann Pawel mit seinem Auftritt aber mehr als zufrieden sein. Er zeigte, dass im Profi-Material entgegenkommt, hatte eine coole, souveräne Ausstrahlung und nutze seine Chance zu einem magischen Moment. Was will man als 13-Jähriger vor so einer Kulisse mehr?

 
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