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Sieg, Niederlage und viele Diskussionen bei der Heimpremiere
Montag, 12. September 2011

Ein wichtiger Sieg gegen einen möglichen Abstiegskonkurrenten und eine überraschend knappe Niederlage gegen den Top-Meisterschaftsfavoriten waen die Ausbeute an den ersten beiden Spieltagen der 1. Bundesliga. Erfreulich waren hierbei vor allem die Leistungen der so genannten "zweiten Garde" des SCB.

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Ronnie O´Sullivan ist sicher nicht in jeder Hinsicht ein vorbildlicher Sportler, doch manchmal lohnt auch bei ihm ein Blick in seine Autobiografie. "Die Tische, auf denen wir spielten, waren oftmals ziemlich lausig", schreibt er über seine Amateurzeit, "da waren Löcher im Tuch oder die Bandenbespannung war gerissen (...) Das war Amateursnooker (...) ich liebte es, weil man sich anpassen musste."

Anpassungsfähige Gäste waren an diesem Wochenende eher die Ausnahme. Zugegeben sind die Bedingungen an unserer neuen Spielstätte (noch) nicht optimal, worauf wir als Mieter leider nur begrenzt Einfluss nehmen können. Dennoch wünschte man sich manchmal mehr Spieler, die, wie Ronnie damals, sich der Herausforderung positiv stellen würden...

Aber der Reihe nach.

Zunächst empfingen wir am Samstag die Mannschaft des Kölner SC, die sich mit Lasse Münstermann verstärkt haben - sicher einer der Top-3-Spieler momentan in Deutschland. Die Kölner präsentierten sich locker und zogen einen gepflegten Plausch auf der Terasse dem Einspielen vor. Prompt zeigten sie vor allem in der ersten Runde nicht erwartete Schwächen. Selbst Münstermann verschoss anfangs erstaunliche Bälle, was Marius Wiese, der irgendwie mit dem falschen Bein aufgestanden war, allerdings nicht ausnutzen konnte. Christian begann gegen Lukas Hilger mit einer flotten 36, ließ dann aber nach. Allerdings profitierte er davon, dass sich Lukas auch noch nach dem 20ten Stoß wunderte, wie langsam das Tuch in seinen Augen war. So konnte Christian das Match irgendwie nachhause bringen.

Pawel zeigte gegen den erfahrenen Pool-Billard-Hühnen Thomas Kleineberg Nervenstärke vor allem in den Endspielsituationen. Obwohl das Breakbuilding nicht so flutschte, erkämpfte er ein 3:1. Sascha Lippe gewann gegen Florian Müzel ungefährdet 3:1, sodass man zur Pause in Führung lag.

In der zweiten Session lieferte Pawel gegen Münstermann einen großen Kampf. Mit einer 62 schien sich der sympathische Neu-Kölner im ersten Frame warmgespielt zu haben, doch Pawel konnte mit einer coolen Clearance im zweiten Frame ausgleichen und ging mit ein bisschen Glück sogar in Führung. Dann setzte es wieder ein 60 von Münstermann, der auch im letzten Frame in Führung ging. Doch dann hatte Pawel die große Chance, als etliche freie Rote und Pink zu einem spielentscheidenden Break einluden. Doch leider verschoss Pawel nach 26 Punkten eine machbare Rote aufs Mittelloch und Münstermann konnte abräumen.

Sascha gewann wie erwartet auch sein zweites Match, während Christian gegen einen nun auch sicherer agierenden Florian Müzel weiter außer Form agierte und 1:3 unterlag. So hatte der eingewechselte Alex Tutschek die Chance, den Sieg zu sichern. Und das tat er gegen Thomas Kleineberg in selten gesehener lockerer und souveräner Manier. 3:0 beherrschte er den Routinier und rundete damit die gute Gesamtmannschaftsleitung ab.

Vermeidbare Niederlage gegen den Top-Favoriten


Bald nach der freundliche Begrüßung des deutschen Meisters fing die Stimmung an umzuschlagen. Ein allgemeines Lamentieren über die Lichtverhältnisse, die Bälle, das Tuch und die Banden setzte ein. Einiges davon hat im Kern seine Berechtigung und stört auch den Verein, aber - siehe oben...

Symptomatisch war der Auftritt des deutschen Einzelmeisters Stefan Kasper, der sich über das Tuch, die Bälle und seine eigene Leistung gar nicht beruhigen konnte - und dennoch gewann, weil Christian einfach nicht in Form war und vor allem den 2. Frame hätte gewinnen müssen.

Unterbrochen wurde die Partie noch durch den Protest am Nebentisch, der zweitweilig recht lautstark ausartete. Phil Barnes störte sich am blendenden Gegenlicht, das durch das schöne Wetter und die ungewohnt frühe Spielzeit seinen Tisch besonders traf. Der Betreiber der Billardlounge verzichtet im ganzen oberen Bereich auf Vorhänge, was Clubspieler, aber sicher auch so manche Freizeitspieler gerne anders hätten. Nach einer Weile zeimlich gereizter Diskussion konnte dann eine Lösung mithilfe angeklebter Mülltüten gefunden werden. Phil Barnes verlor dann gegen Sascha Lippe und Pawel Leyk konnte Miro Popovic besiegen. Der deutsche Seniorenmeister hatte wie gewohnt einige launige Sprüche auf der Lippe, musste sich aber der Energieleistung unseres Youngsters beugen. Chancenlos war Alex Tutschek gegen Kevin van Hove. Der "Ex-Profi" ließ es sich allerdings auch nicht nehmen, ins allgemeine Lamento über die Bedingungen einzustimmen.

In den Diskussionen der Spielpause konnten dann die Wogen deutlich geglättet werden und die Partie in deutlich ruhigerer Atmosphäre fortgeführt werden. Und man hatte eine gute Chance mindestens zu einem Unentschieden, vor allem weil der eingewechselte Marius Wiese Miro Popovic erstaunlich souverän 3:1 besiegte, und Christian trotz erneut nicht zufriedenstellender Leistung gegen Phil Barnes die Möglichkeit zum Sieg hatte. Doch eine verschossene Gelbe kostete ihn den Decider. Mit dem Match Sascha Lippe gegen Stefan Kaspar wiederholte sich die Endspielkonstellation der letzten DM. Aufgrund der bisher gezeigten Leistungen, wurde Sascha eigentlich als Favorit angesehen, doch Stefan konnte sich steigern und 3:1 gewinnen. Da auch Pawel Leyk - auch erschöpft durch sein hartes Spiel gegen Popovic - gegen van Hove glatt verlor, war eine Niederlage besiegelt, die zu vermeiden gewesen war.

Zu vermeiden wären sicher auch einige Probleme der Spielbedingungen und einige unnötig gereizt geführten Diskussionen darauf. Hier kann man sicher noch dazulernen, die Saison hat ja erst angefangen...

 

 
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