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Mario Burot Berliner Meister – SCB geht leer aus
Montag, 28. Mai 2012

Mario Burot vom BSV gewann die diesjährigen Berliner Snooker-Meisterschaften. In einem allerdings niveau- und spannungsarmen Endspiel schlug er den Weddinger Pool-Spezialisten André Lackner mit 3:0. Von den vier angetretenen SCBlern erreichte nur Christian Gabriel das Halbfinale, wo er an Burot scheiterte.

Burot war der verdiente Turniersieger. Er tat auf jeden Fall immer genug, um seine Gegner zu schlagen. Im Viertelfinale war er zwar von der unkonventionellen Spielweise Sammy Koukehs vom SCB durchaus beeindruckt, setzte sich letztlich aber trotzdem mit 3:1 sicher durch.

Am Nebentisch kam es zum vereinsinternen Duell zwischen Pawel Leyk und Christian Gabriel. Pawel, der im ausgeleierten Pool-T-Shirt statt einer Snooker-Weste antrat, unterlag 1:3.

Am anderen Tisch kostete derweil Charly Gaede die Zuschauer und der Schiedsrichterin Nerven. Der Pooler erzeugte eine Geräuschkulisse, die mehr an Tennis erinnerte und spielte außerdem jeden Frame zu Ende, auch wenn er aussichtslos hinten lag. Dominik Rohde vom BSV behielt aber die Nerven und gewann 3:1, sonst hätte sich das Turnier wohl noch länger hingezogen.

Robin Rudolph hatte im letzten Viertelfinale gegen André Lackner durchaus seine Chancen, doch einpaar Fehler, insbesondere, wenn die Weiße an der Bande lag, sowie einige unglaubliche Bälle des starken Potters aus Wedding machten den Unterschied.

Im Halbfinale zeigten die Spieler dann ihre stärksten Leistungen. André Lackner spielte Dominik Rohde mit schnellem und sicherem Spiel förmlich an die Wand. Der BSVler konnte seine wenigen Chancen nicht nutzen, und ein paar Glücksbälle, provoziert durch seine manchmal knallige Spielweise, halfen dem Pooler zusätzlich.

Burot ging gegen Gabriel zunächst in Führung, doch Christian schaffte den Ausgleich. Im dritten Frame lag Christian dann schnell mit 40 Punkten in Front und wurde dann von Burot in einen schwierigen Snooker gelegt. Beim dritten Versuch herauszukommen, beging Christian ein Foul, indem er die Schwarze touchierte. Der herbeigeeilte Ober-Schiedsrichter wertete dies dennoch als Miss, eine Entscheidung, die zu erklären den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen würde. Auf jeden Fall war die Szene nicht frameentscheidend, und Christian hatte noch einige Chancen, den Frame zu gewinnen, vor allem eine für ihn nichtbesonders schwere Rote aufs Mittelloch. Doch er nutzte sie nicht, und Burot konnte mit einer nervenstarken Clearance ausschießen.

Nach diesem unnötigen Frame-Verlust kam von Christian nicht mehr allzu viel Gegenwehr, Burot spielte besser und konnte mit einem schönen 52er Break schnell die Entscheidung herbeiführen.

Im Finale konnten weder Burot noch Lackner an ihre teilweise zuvor starken Leistungen anknüpfen. Der erste Frame war eine einzige Aneinanderreihung von Lochfehlern. Vor allem André Lackner wirkte total unkonzentriert und fahrig, als wäre er in Gedanken schon ganz woanders. Burot merkte, dass der Pooler nicht mehr auf der Höhe war und musste nur auf seine Chancen warten. Passend zur tristen sportlichen Leistung fand das Endspiel auch noch vor sehr wenigen Zuschauern statt. Die Organisatorinnen der Veranstaltung hatten sich mit u.a. einer Video-Projektion einiges einfallen lassen, doch obwohl die Billard-Lounge ein Stockwerk tiefer gut gefüllt war, interessierte sich kaum jemand für den eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung. Bezeichnenderweise sahen am Ende mehr Pool-Spieler beim Endspiel zu als Snooker-Kollegen.

Mario Burot wird es nicht gestört haben, zumal für ihn der Saisonhöhepunkt mit der Teilnahme an den Snooker-Europameisterschaften der Senioren noch bevorsteht. Der Routinier ist der vielleicht talentierteste Spieler, den Berlin je hervorgebracht hat, und da sich Snooker in der Hauptstadt nicht gerade dynamisch weiter entwickelt, reicht es für ihn immer noch, um am Ende ganz oben zu stehen – zumal er diese Saison mit dem Sieg bei den Berliner Senioren einen doppelten Triumph einfahren konnte.

Für den SCB war das Turnier nach den Siegen in den letzten beiden Jahren sicher eine kleine Enttäuschung. Vorjahressieger Marius Wiese hatte wegen seines Abiturs passen müssen, die anderen SCBler waren einfach nicht in Top-Form – obwohl sich vor allem Christian Gabriel sicher mehr ausgerechnet hatte. So heißt es am Ende schlicht: Auf ein Neues im nächstenJahr...

 
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