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Zufriedenstellendes Auswärtswochenende in der 1. Bundesliga
Dienstag, 11. September 2012

Mit einer zu erwartenden Niederlage gegen Wuppertal und einem Auswärtspunkt gegen „Abstiegskonkurrent“ Rüsselsheim konnte die erste Bundesliga-Mannschaft am ersten Spielwochenende nicht unzufrieden sein. Auf jeden Fall landete die Mannschaft dadurch in der Tabelle vor Aufsteiger Neu-Ulm.

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Gegen den Titelverteidiger aus Wuppertal sah es anfangs besser aus, als das klare Ergebnis vermuten lässt. Christian Gabriel hatte sich gegen Frank Schiller sicher mit 3:1 durchgesetzt. Marius Wiese hielt das Spiel gegen Miro Popovic lange offen. Und Robin Rudolph konnte in einem epischen Match die Billard-Legende Mike Henson nachhaltig ärgern. Beim Stande von 2:1 für Henson, der in frühen Jahren mal nahe an einer Profi-Karriere gewesen sein soll, hatte Robin schon 40 Punkte Vorsprung auf die Farben. Doch der Brite legte einen Snooker nach dem anderen, sodass sich der Frame bald auf 1Std und 20 Minuten ausdehnte. Am Ende hatte Henson sich die Foulpunkte geholt – nur um zusehen zu müssen, wie Robin sich den Frame doch noch auf Schwarz holte. Im Decider konnte der Routinier dann aber schnell vorlegen und doch noch die Oberhand behalten.
Währenddessen hatte Marius sein Spiel gegen Popovic ebenfalls im Decider verloren und auch Bundesliga-Neuling Ronny Hoppe konnte gegen Benedikt Griesdorn nur den ersten Frame gewinnen.
Spätestens als Christian im zweiten Durchgang sein Spiel gegen Popovic verloren hatte, schwanden die Hoffnungen auf ein Unentschieden. Marius verlor gegen Deutschlands beste Dame, Diana Stateczny, Ronny konnte seine Chancen gegen Henson nicht nutzen und auch Robin verlor gegen Griesdorn nach 2:1-Führung noch.
Wäre alles perfekt gelaufen, hätte man gegen den Favoriten, der in schwächerer Besetzung als erwartet antrat, eine Überraschung schaffen können. So aber blieb der Eindruck, auf jeden Fall gut gekämpft und alles versucht zu haben.
 
Heißer Tanz gegen faire Rüsselsheimer
 
Gegen die Hessen hatte man sich etwas vorgenommen, denn die Rüsselsheimer gehören zu den Mannschaften, gegen die man Punkte im Kampf gegen den Abstieg holen muss.
Christian Gabriel sah sich einem anfangs fulminant spielenden Armin Schmidt gegenüber, der gleich mal eine 56 vorlegte. In der Folge ließ es der junge Rüsselsheimer aber an Geduld und taktischer Härte missen, so dass sich Christian am Ende leichter als erwartet mit 3:1 durchsetzte.
Chancen zur Genüge hatte auch Marius gegen Hajo Meyer. Doch obwohl der Taktikfuchs und Langsamspieler etliches liegen ließ, konnte Marius nicht genug daraus machen und verlor ärgerlicherweise im Decider. Ronny Hoppe unterlag unterdessen klar gegen Parick Dauscher mit 0:3.
Robin geriet auf dem Tisch mit den engsten Taschen in Rückstand konnte aber mit einer mutigen Clearance ausgleichen. Dann nutzte er die Verunsicherung von Gegner Sascha Schill zur Führung, ehe der sich erholte und es zum Decider kam. Hier arbeitete sich Robin Punkt für Punkt nach vorne, und Sascha brauchte auf Blau schon Snooker. Doch den holte er sich und räumte dann auch den Tisch ab! Robin glaubte schon, verloren zu haben, doch er hatte nicht gerechnet – es kam zur re-spotted Black. Robin musste anstoßen, legte schwarz nah ans grüne Loch, Weiß aber mit langem Weg press an die seitliche Bande. Den Ball musste Schill angehen, er verschoss deutlich – und Robin nutzte die folgende Chance nervenstark. Unentschieden nach der Halbzeit, gerecht, wo sowohl ein 3:1 als auch ein 1:3 möglich gewesen wären.
Im zweiten Durchgang konnte sich Robin überraschend und vor allem überraschend klar gegen Armin Schmidt mit 3:0 durchsetzen. Der Rüsselsheimer spielte ohne überzeugende taktische Linie, während Robin solide und ab und an mit dem nötigen Quäntchen Glück agierte.
Dagegen hatte Christian gegen Klaus-Peter Gunesch unerwartete Probleme. Gunesch, der ein wenig nach Easy Rider aussieht und äußerst unkonventionell spielte, gewann Frame Nummer eins und blieb auch dran, nachdem Christian auf dem schwierigen Tisch einige gute Breaks gezeigt hatte. Durch einen Glückssnooker Guneschs und einige unverfrorene Pots kam es zum Decider – und auch hier musste Christian nach Führung noch zittern, weil manches wie verhext lief und Gunesch mit eigenartiger Technik immer wieder erstaunliche Stöße gelangen. Am Ende schaffte Christian diese Nervenprobe aber und man durfte – nachdem Ronny gegen Meyer nicht viel ausrichten konnte – sogar noch auf einen Sieg hoffen, wenn Marius Patrick Dauscher schlagen könnte.
Auch hier kam es zum Decider, indem Dauscher schon früh in Führung ging. Marius kämpfte, brauchte aber schon drei Snooker, als Braun noch auf dem Tisch lag. In diesem Moment spielte er einen Alles-oder-Nichts-Ball: Er zwängte die Weiße an Pink vorbei und ließ sie im Tascheneinlauf klappern. Dauscher war aussichtslos hinter Pink gesnookert, nach den fälligen sechs Foulpunkten brauchte Marius sogar nur noch ein Foul. Dann aber wurde er selbst auf Braun gesnookert und verfehlte relativ überhastet. Dauscher machte den Sack zu und das im Endeffekt gerechte Unentschieden stand fest.
Auch wenn man die eine oder andere Chance liegengelassen hat: Auf diese Leistung der teilweise noch unerfahrenen Mannschaft lässt sich aufbauen. Die Anderen, seien es deutsche Meister und Fast-Profis, sie kochen auch nur mit Wasser. In diesem Sinn ist der Klassenerhalt auch in dieser Saison kein Ding der Unmöglichkeit.
 
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