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Ernüchterung für 1. Bundesligamannschaft
Montag, 07. Dezember 2009

Mit zwei Niederlagen gegen Rüsselsheim und Wuppertal ist unsere erste Mannschaft hart auf dem Boden der Realitäten aufgeprallt. In der Tabelle muss man sich nun nicht nur hinter den beiden Top-Mannschaften, sondern auch hinter München und Landsberg einreihen.

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Am Geburtstag Ronnie O'Sullivans begann es gegen Rüsselsheim für die Berliner zunächst gut. Sascha Lippe hatte gegen Armin Schmidt keine größeren Probleme und Christian Gabriel konnte gegen seinen alten Rivalen Olaf Thode glatt gewinnen. Mit seinem Spiel war der Mannschaftskapitän da aber schon nicht zufrieden, hoffte aber auf eine Steigerung.

Auch André Rusche und Claus Kawalla konnten gegen ihre Gegner zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgleichen, André mit einer schönen 44 gegen Holger Marth. Dann aber schlichen sich wieder zu viele Fehler ein, und auch Claus zeigte in den eintscheidenden Situationen gegen Michael Heeger zu viele Unsicherheiten beim Potten. Nach der ersten Runde stand es so also Unentschieden.

In der zweiten Runde konnte Claus erneut nicht punkten und auch André gelang es nicht, die schlechte Form von Vize-Seniorenmeister Olaf Thode zu nutzen. So hing es an Christian und Sascha, wenigstens das Unentschieden zu retten, doch während Sascha u.a. mit einer 87 sein Soll erfüllte, musste Christian eine Niederlage gegen Marth einstecken, ein Spiel, das er nach eigener Aussage "hätte gewinnen müssen".

Niederlage gegen Wuppertals "zweite Reihe"

Die Mannschaft um den deutschen Meister Patrick Einsle war ohne Vizemeister Itaro Santos und Seniorenmeister Thomas Hein angetreten, so dass sich die Berliner gewisse Chancen ausrechneten. Christian hatte die Mannschaft nach der Niederlage vom Vortag umgestellt und setzte die "Geheimwaffen" Pawel Leyk und Thomas Schleske ein.pawel.jpg

Pawel im "controversal match" gegen Popovic

Am Sonntag hatten einige Zuschauer den Weg ins Snooker-Center gefunden, bei denen vor allem im Spiel Leyk gegen Popovic so etwas wie fieberhafte Atmosphäre aufkam. Denn natürlich wollte jeder den 12-jährigen Leyk gegen den grimmigen Miro Popovic siegen sehen. Pawel spielte im ersten Frame auch eine gute 31 - hätte allerdings bei dem offenen Bild einige Punkte mehr machen können, sodass sich Popovic wieder herankämpfen konnte und den Frame schließlich auf die Farben gewann, nachdem Pawel auf Grün die Weiße kiekste.

Im zweiten Frame kam es dann zur Kontroverse. Bei ungefährem Punktegleichstand legte Popovic einen knackigen Snooker hinter Gelb, sodass Pawel die zwei verbliebenen Roten nur über zwei Banden erreichen konnte. Als er Weiß im zweiten Versuch in die Nähe der beiden Roten brachte, wertete Schiedsrichter Matthias Werner dies als genügenden Versuch und gab kein Miss. Sicher eine für die 1. Bundesliga ungewöhnliche Auslegung, doch wenn man die Regeln wörtlich nimmt und auch die Spielstärke und Erfahrung in Betracht zieht, sicher nicht skandalös. Nicht jeder Schiedsrichter muss die Maßstäbe des Profi-Snookers übernehmen und die Miss-Regel immer extrem zu Ungunsten des Gesnookerten auslegen.

Miro Popovic wollte dies jedoch nicht akzeptieren, diskutierte abwechselnd mit Pawel und Matthias und gab schließlich den Frame aus Protest auf - eine grobe Unsportlichkeit, denn das Akzeptieren von Schiedsrichterentscheidungen ist in Snookerkreisen eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Schade, dass so das Sportliche in diesem interessanten Duell etwas in den Hintergrund geriet. Popovic gewann dann den nächsten Frame, bevor es im vierten wieder zu einer umstrittenen Miss-Auslegung kam. Pawel verpasste knapp einen Vorbänder auf grün, nachdem er sich selbst gesnookert hatte. Diesmal aber hätte Pawel eindeutig eine  leichtere Lösung auf Blau wählen können, sodass diese Auslegung sehr fragwürdig war. Popovic riss sich diesmal jedoch am Riemen und spielte weiter. Zu seinen Gunsten sei noch gesagt, dass er seinen Standpunkt aum Ende nochmals in klare Worte fasste und die Kontrahenten nicht völlig unversöhnlich aus dem Match gingen.

Schleske mit Chance gegen Einsle

Unberührt von der Aufregung am Nachbartisch hatte Sich Thomas Schleske durch geschicktes Taktieren gegen den deutschen Meister im ersten Frame einene kleinen Vorsprung erarbeitet. Als Einsle dann im Endpspiel Pink zweimal verschoss, hatte Thomas die Riesenchance - doch er verschoss die Standardschwarze vom Spot. Danach lief nicht mehr viel, und Einsle konnte ohne zu glänzen zu null gewinnen. 

An den anderen beiden Tischen entwickelten sich inzwischen spielerische Dramen. Sascha Lippe spielte gegen den starken Stefan Kasper etwas unter Form, blieb jedoch konsequent und beharrlich und gewann am Ende knapp aber verdient.

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Christian lag gegen Phil Barnes schon 2:1 vorne und hatte im Decider schon 40 Punkte Vorsprung, sodass Phil schon Snooker benötigte. Doch der trieb Chrstian in drei Fouls, wovon mindestens eines sehr unnötig war. Der Mannschaftskapitän bekam dann noch eine "halbe" Chance auf Schwarz, die Phil nicht hatte potten können, konnte aber auch diese nicht nutzen. So musste er eine sehr bittere Niederlage einstecken, denn er wusste, dass damit das Gesamtmatch schon so gut wie verloren war.

Im zweiten Durchgang konnte Sascha Lippe seine makellose Bilanz mit einem sicheren 3:0 gegen Barnes abrunden. Thomas Schleske und Claus Kawalla waren chancenlos gegen Popovic und Einsle. Symptomatisch das Ende der Begegnung: Mit einem krachenden Double aufs Mittelloch vereitelte Stefan Kasper gegen Christian die Möglichkeit, einen weiteren Ehrenpunkt einzufahren.

Ernüchterndes Fazit

Die Analyse der Niederlagen ist schnell gemacht: Außer Christian und Sascha gewann kein Spieler vom SCB, wenn man ehrlich ist, kam keiner auch nur in die Nähe eines Sieges. Die Lücke hinter unseren Top-Spielern ist zu groß, zumindest gegen so gleichmäßig stark besetzte Mannschaften wie Rüsselsheim oder Wuppertal hat man dann schlechte Karten.

Einen Blick in die Zukunft vermittelte der Einsatz von Pawel Leyk, der zumindest phasenweise einen guten Eindruck machte, und dessen technisch gutes Spiel attraktiv und ausbaufähig ist. Und der SCB hat ja noch weitere Jugendspieler in der Oberliga, die sich zur Zeit spielfreudig und engagiert zeigen.

Auch wenn man im Moment den Anschluss an die Top-Mannschaften scheinbar verloren hat, so hat der Club doch das Potenzial, sich auch in Zukunft weiter bundesligatauglich zu präsentieren.pawel_patrick.jpg

 

 

 
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